geöltes Parkett

 

Die Oberfläche als Qualitätskriterium für Parkett

Die Oberfläche ist bei einem Holzboden ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Denn die Oberflächenbehandlung entscheidet, wie ihr Boden in 5, 10 oder 15 Jahren aussehen wird. Deswegen messen wir der Oberfläche einen viel höheren Stellenwert bei als dem Härtegrad des jeweiligen Holzes.

Seit fast 40 Jahren suchen wir nach dem besten Oberflächensystem. Über die Jahre haben wir zahlreiche Systeme und Produkte getestet. Für uns ist eine geölte und an der Luft getrocknete Oberfläche eindeutig die beste verfügbare, ja die natürlichste Behandlungsmethode von Holz. Für geöltes Parkett vertrauen wir auf die Produkte des dänischen Herstellers WOCA.

Wenn Sie eine oxydativ geölte Oberfläche wählen, bleiben sie mit der Natur verbunden. Denn die luftgetrocknete Öloberfläche bewahrt den direkten Holzkontakt. Das Holz unter ihren Füssen bleibt spürbar, die natürlichen Vorzüge des Holzes können sich ungehindert entfalten. Nur oxydativ geöltes Parkett weist diese Eigenschaften auf.
Gänzlich anders verhält sich eine versiegelte Oberfläche. Durch das Aufbringen des Lackes wird das Parkett mit einer filmbildenden Schicht überzogen und der direkte Holzkontakt geht verloren.


Geöltes Parkett in der industrielle Fertigung – luftgetrocknet oder UV-gehärtet?

Früher kannte man nur die bauseitige Fertigstellung der Parkettoberfläche. Das heisst, das Parkett wurde vor Ort geschliffen und anschliessend geölt oder versiegelt. Heute wird mehrheitlich sogenanntes Fertigparkett verbaut. Dieses wird industriell auf Lack- oder Ölstrassen produziert. Man spricht auch von wohnfertigen Oberflächen, welche umgehend verlegt werden können. Ein wohnfertiger Parkettboden ist bereits vom ersten Tag an geschützt. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um versiegeltes oder geöltes Parkett handelt.

Wohnfertige Parkettböden werden in der Industrie mit verschiedenen Systemen hergestellt. Die Oberflächen von UV-geölten und lackierten Dielen härten beide unter UV-Strahlung aus. Das Öl oder den Lack trocknet auf der Holzoberfläche. Dies hat den Vorteil, dass grosse Produktionsmengen noch am gleichen Tag trocken sind und verpackt werden können.

Oxydativ geöltes Parkett trocknet an der Luft aus
Die frisch geölten Dielen werden in Hurdenwagen gelegt und trocknen dort auf natürliche Weise. Das Öl zieht in die Holzporen ein, es trocknet im Holz. Das Öl kristallisiert in den Poren und härtet aus. Dadurch wird die Oberfläche widerstandsfähig und schmutzresistent. Dennoch bleibt der direkte Holzkontakt vollumfänglich erhalten.
Geöltes Parkett braucht allerdings eine längere Trocknungszeit. Die Dielen können erst einen Tag nach der Produktion verpackt werden.


Wie unterscheidet man versiegeltes, UV- und oxydativ geöltes Parkett?

Parkett wird heute oft mit ultramatter Oberfläche angeboten. Von Auge ist kaum mehr zu erkennen, ob es sich bei der matten Oberfläche um versiegeltes, UV- oder oxydativ geöltes Parkett handelt. Im Gebrauch ist der Unterschied aber markant. Denn nur oxydativ geöltes Parkett ist diffusionsoffen. Zwar schreiben einige Hersteller, sie führten oxydativ geöltes Parkett, richtigerweise handelt es sich jedoch um UV-geöltes Parkett mit geschlossener Oberfläche. Mit einem einfachen Test prüfen sie die Richtigkeit der Herstellerangaben: Wenn Sie Wasser auf das Parkett leeren und das Wasser wie auf einem Autolack abperlt und kein bisschen in die Oberfläche eindringt, wissen Sie, dass es sich um eine UV-geölte oder versiegelte Oberfläche handelt. Nur oxydativ geöltes Parkett vermag Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.


Vor- und Nachteile der Oberflächen

Oxydativ geöltes Parkett erhält stets den direkten Holzkontakt. Sie spüren das Holz, wenn Sie mit der Hand darüber fahren.

Bei UV-gehärtetem Öl oder lackiert/versiegelter Oberfläche spüren sie das Holz nicht. Zwischen dem Parkettboden und ihren Fingern befindet sich ein Kunststoff, der den unmittelbaren Holzkontakt unterbindet. Der natürliche Werkstoff Holz wird von der filmbildenden Schicht verdeckt. Damit sich die natürlichen Vorzüge des Holzes entfalten können, bevorzugen wir von Graf Parkett oxydativ geöltes Parkett.


Ist mein Boden vor Schmutz geschützt?

Alle drei Oberflächenbehandlungen – versiegeltes, UV-geöltes und oxydativ geöltes Parkett - schützen das Holz hervorragend gegen Schmutz. Bei allen drei Oberflächen ist die Parkettpflege einfach zu bewerkstelligen.


Ist mein Parkett gegen Wasser geschützt?

Alle Behandlungsmethoden bilden einen kurzzeitigen Schutz gegen Wasser. Allerdings ist nur oxydativ geöltes Parkett auf längere Sicht für besonders feuchte Räume geeignet.

Oxydativ geöltes Parkett können sie richtiggehend nass aufwischen. Es ist aufgrund der diffusionsoffenen Oberfläche bestens geeignet für Feuchträume wie das Badezimmer oder die Küche. Oxydativ geöltes Parkett erhält die natürliche Holzeigenschaft der sogenannten Hygroskopizität. Es nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie wieder an sie ab.

Lackiert-versiegeltes oder UV-geöltes Parkett sollten sie aufgrund der filmbildenden Oberflächenbehandlung nicht in Feuchträumen verlegen.


Kann ich mein Parkett stellenweise reparieren?

Oxydativ geöltes Parkett kann partiell repariert werden. Das bedeutet, dass das ganzflächige Parkett schleifen wie bei versiegelten Oberflächen nicht notwendig ist. Die Oberfläche kann stellenweise, also örtlich begrenzt saniert werden.

Falls ihnen also einmal ein Malheur passieren und ein Gegenstand herunterfallen sollte, ist das keine Tragödie. Dellen und Kratzer können Sie einfach partiell nachbehandeln. Bei der oxydativ geölten Oberfläche wird nach der Behandlung kein farblicher Unterschied sichtbar. Weil das Öl IN den Holzporen aushärtet, präsentieren sich die alte und die neue Parkettoberfläche farblich gleich.

UV-geöltes Parkett oder eine lackierte-versiegelte Oberfläche hingegen können sie nicht örtlich nachbehandeln. Weil der Lack oder das UV-gehärtete Öl AUF der Oberfläche zu liegen kommen, werden sie immer eine Überlappung sehen. Deshalb muss UV-gehärtetes oder versiegeltes Parkett immer ganzflächig saniert werden.


Welche Lebensdauern haben die Parkettoberflächen?

Versiegelte oder UV-geölte Oberflächen werden in der Regel nach 8 -12 Jahren abgeschliffen. Dabei schleift der Fachmann 1 bis 1.5mm von der Holzoberfläche ab. Nach dem ganzflächigen Vollschliff trägt der Bodenleger zum Schutz des Parketts eine neue Oberfläche aus Lack oder Öl auf.

Oxydativ geöltes Parkett hingegen müssen sie nicht zwingend abschleifen. Dank der nicht filmbildenden Oberflächenbeschaffenheit, kann oxydativ geöltes Parkett mittels Intensivreinigung und Nachölen aufgefrischt werden.


Welche Oberflächen sind im Objektbereich geeignet?

Um der erhöhten Belastung des Parketts im Objektbereich gerecht zu werden, ist die Oberfläche mit Bedacht zu wählen.

In öffentlichen Gebäuden mit hoher Frequenz und oftmals gleichbleibenden Laufwegen, bietet sich oxydativ geöltes Parkett an. Durch die nicht filmbildende Beschaffenheit entstehen keine Laufspuren. Dies ist insbesondere in Restaurants und Schulen ein klarer Vorteil. Zudem kann geöltes Parkett jederzeit partiell aufgefrischt werden.

Weiter empfehlen wir in öffentliche Gebäude strapazierfähige Holzarten mit höherer Brinellhärte, z.B. Eichenparkett. Weiche Nadelhölzer sind für stark frequentierte Bereiche eher ungeeignet. Es sei denn, dies ist explizit erwünscht.

Für Gebäudebereiche, in denen mit Chemikalien gearbeitet wird, empfehlen wir eine chemikalienbeständige Lack-Oberfläche oder einen PVC Belag. In unseren Parkettausstellung Wila und Zürich beraten wir Sie gerne umfassend.
Weitere Infos unter Parkett Zürich.


Wie gestaltet sich die Pflege meines Parkettbodens?

Der Schutz von Parkettböden wird mittels oxydativ geölter, UV-geölter und versiegelter Oberfläche erreicht. Alle drei Oberflächensysteme sind einfach zu reinigen.

Bei der UV-geölten sowie der lackierten Parkettoberfläche müssen sie beachten, dass diese lediglich nebelfeucht gewischt werden dürfen. Oxydativ geöltes Parkett hingegen können sie auch nass reinigen. Es ist diffusionsoffen und kann die Feuchtigkeit wieder an die Raumluft abgeben.

Für alle Oberflächensyteme gestaltet sich die Reinigung gleich: Zuerst entfernen sie den groben Schmutz mittels Besen oder Staubsauger. Danach waschen sie den Boden mit einem Wischmopp und passendem Pflegemittel auf.

Oxydativ geöltes Parkett sollten sie nach 2-3 Jahren nachölen. Hierfür können Möbel an Ort und Stelle bleiben. Durch das Parkett nachölen stellen sie sicher, dass die Holzporen mit Öl gesättigt sind, was die Lebensdauer des Parketts erhöht.


Gibt es ein Mittel gegen die Vergilbung von Holzoberflächen?

Die Bilder gelblicher Holzböden in Ahorn, Buche, Nussbaum und Eiche hat man noch vor Augen. –Glücklicherweise kennen wir heute Techniken der Oberflächenbehandlung, die dem vergilbenden Einfluss der UV-Strahlung auf das Holz entgegen wirken.

Bei der oxydativ geölten Oberfläche können bei der Grundölung sowie in der regelmässigen Pflege Weiss-
pigmente in die Holzporen eingearbeitet werden. Diese Weissöl-Technik beugt der Vergilbung wirkungsvoll und anhaltend vor.

War die Weissöl-Technik auch für lange Zeit die einzige Massnahme gegen Vergilbung, gibt es mittlerweile auch im Lackbereich Grundierungen, welche einen Vergilbungsschutz gewährleisten.


Welche Oberfläche ist für Allergiker geeignet?

Im Gegensatz zur UV-geölten und versiegelten Parkettoberfläche ist oxydativ geöltes Parkett offenporig. Das Öl dringt ins Holz ein. Das Holz bleibt spürbar.

Da die Oberfläche nicht wie bei den anderen Behandlungsmethoden homogen und geschlossen ist, kann sie sich auch nicht statisch aufladen. Dies unterbindet Flusenwirbel und macht die oxydativ geölte Oberfläche ideal für Allergiker.